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Auch bei Vorträgen ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Reden lernt man nur durch Reden, Techniken alleine machen Sie noch nicht zum Profi. Aber Techniken und die Umsetzung einiger Hinweise, auf die man alleine eher nicht kommen würde, können schon Ihre ersten Präsentationen zum Erfolg werden lassen. Und dann gilt es: üben, üben, üben. Am besten vor Publikum. Ihr Spiegelbild zuhause reicht nicht. Und falls Sie eine Kamera haben, nehmen Sie Ihre Präsentation auf. Bei einem guten Glas Wein nehmen Sie dann allen Mut zusammen und schauen sich das Video an. Ich verspreche Ihnen, so schlimm wird es nicht :)! Die meisten meiner Teilnehmer sind sogar eher überrascht, welche Verbesserung auch kurzfristig erreichbar ist. Nehmen Sie Feedback ernst und setzen Sie es beim nächsten Mal vor der Kamera um. Dabei gilt:

1. Vergessen Sie einstudierte Gesten
Was zählt, ist die Wirkung, die Sie erzielen möchten. Wie wollen Sie wirken: kompetent, sachlich, lebhaft, glaubwürdig, inspirierend? Erzielt die Art Ihres Auftritts die gewollte Wirkung? Hände in den Hosentaschen können bei einem Profi sehr lässig wirken, bei einem Anfänger jedoch oft linkisch und unsicher. Also: hat Ihr Auftritt seine Wirkung verfehlt, feilen Sie mit einem Profi oder ehrlichen Bekannten daran, das zu ändern. Schauen Sie, woran es liegt und nehmen Sie kleine Modifikationen vor. Zum Beispiel am Stand:

2. Stehen Sie mit beiden Beinen fest auf dem Boden
Ein fester Stand unterstreicht Ihre Glaubwürdigkeit. Mit beiden Beinen fest auf den Boden stehend können sie Ihre Message mit Nachdruck überbringen. Schulterbreit auseinander, die Knie nicht ganz durchgedrückt, Fußspitzen nach vorne- das ist die Haltung, von der aus Sie ganz bequem laufen und gestikulieren können. Wenn ein Bein nach vorne oder zur Seite ausgestreckt ist, sieht es unsicher aus, Ihre Energie fällt ab, Sie wirken nicht mehr kompetent. Womöglich machen Sie auch noch den Eindruck, als würden Sie am liebsten weglaufen. Auch wenn das stimmen sollte, tun Sie lieber so, als ob Sie da wahnsinnig gerne stehen. Also: achten Sie auf Ihren Stand! Vertreten Sie sich nicht die Beine, vertreten Sie Ihren Standpunkt.

3. Sorgen Sie für einen spannenden Anfang und ein stimmiges Ende
Sie haben kein Recht, das Publikum zu langweilen! Das war schon eine der Grundregeln von Oscar Wilde. Ein Anfang wie: „Meine Damen und Herren, ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und danke, dass Sie so zahlreich erschienen sind" ist: laaaangweilig. Abgesehen davon, dass Herr Schmidt gar nicht zahlreich erscheinen kann, ist das kein Anfang, der neugierig macht. Und- ganz wichtig- was hat der Zuschauer davon, dass er Ihnen zuhört? Wenn er das weiß, wird er zuhören (falls es ihn interessiert, sonst wird er eher an seine Steuererklärung denken). Viele Beispiele für gute Anfänge finden sie auf der Seite von Ted.com (leider nur auf Englisch).
Und wenn er Ihnen zugehört hat, sollte er am Ende auch noch mal daran erinnert werden, was eigentlich Ihre Hauptaussagen waren! Und die Hauptaussage war mit Sicherheit nicht: „Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!" Schnüren Sie das Paket zu mit den Aussagen, an die sich das Publikum noch lange erinnern soll. Dann erinnert man sich auch an Sie.

4. Lächeln Sie
Viele kommen auf de Bühne als sei was mit Oma. Das Thema ist ja kein lustiges, denken die Redner sich, und behalten die ernste Miene zur Unterstreichung der Wichtigkeit von Anfang bis zum Ende bei. Der Anfang einer Rede ist aber die Beziehungsphase, hier nehmen Sie Beziehung zum Publikum auf. Und Lächeln ist eine der ersten mitmenschlichen Gesten, selbst Babies beherrschen die schon. Also lächeln sie zumindest am Anfang ein wenig. Und am Ende kann es auch nicht schaden, denn die letzten Sekunden sind ja die, die im Gedächtnis bleiben. Und das passiert eher, wenn die Zuschauer den Redner sympathisch fanden.

5. Halten sie Blickkontakt
Vielleicht haben Sie es in meinem Video unter der Rubrik „Trainerin" gesehen- die Wahrheit sagt man einem anderen immer ins Gesicht! Wenn ich Ihnen nicht in die Augen schauen kann, habe ich vielleicht etwas zu verbergen. Zumindest könnte die Wirkung so sein. Schauen Sie ihr Publikum an, von einer Seite zur anderen, ruhig, und bleiben Sie mit den Augen auch einmal länger auf einer Person. Bei einem größeren Publikum bleiben Sie hauptsächlich mit dem Blick in den ersten Reihen und schweifen nur kurz in die Ferne zu den weiter entfernt sitzenden. Schauen Sie nicht einfach über die Menge hinweg. Das fällt auf und wird als nicht sehr wertschätzend wahrgenommen. Ein Blick sagt mehr als tausend Worte, setzen Sie ihn ein...

Im Oktober werde ich noch weiter beim Thema Präsentieren bleiben. Dann geht es darum, was Sie unbedingt vermeiden sollten, wenn Ihr Vortrag ein Erfolg werden soll.